Hallenbad Feuerbach für rund 15 Millionen Euro saniert

Ein Kulturdenkmal fachgerecht zu modernisieren, dies war die Aufgabe von Bauherr und Planern bei der Generalsanierung des Hallenbads Feuerbach in Stuttgart. Am Montag wird es nach Abschluss der Arbeiten wieder eröffnet – und steht dann einen Tag mehr in der Woche als bisher zur Verfügung.

STUTTGART. Die Freibadsaison ist beendet und rechtzeitig zur kühleren Jahreszeit öffnet das Hallenbad Feuerbach wieder. Zwischen Februar 2017 und Anfang dieses Monats wurde es umfangreich saniert. Das Projekt war sehr komplex, heißt es vonseiten des Bauherrn, der Bäderbetriebe Stuttgart (BBS). 15,2 Millionen Euro investierten diese in die Maßnahme, die von den Architekten der HSP-Hoppe Sommer Planungsgesellschaft aus Stuttgart geplant wurde.

 

Im Lauf der vergangenen Jahre war das Bad nach Angaben der Bäderbetriebe mehrfach hinsichtlich seiner Bausubstanz untersucht und ein entsprechender Sanierungsbedarf dokumentiert worden. Schäden an der Glasfassade, im Dachrandbereich, am Beton, Schadstoffe sowie bauphysikalische Probleme waren Anlass für die Generalsanierung. Bis auf kleinere Eingriffe (siehe Artikel unten) befand sich das Bad mit seinem Schwimmer- und seinem Lehrschwimmbecken weitestgehend im Originalzustand. Deshalb bestand „das Ziel der Sanierungsarbeiten einerseits darin, das noch junge Baudenkmal zu erhalten, andererseits die Nutzung als öffentliches Hallenbad für die nächsten Jahrzehnte sicherzustellen“, erläutern die Architekten von HSP in ihrer Projektbeschreibung.

Die mit dem Landesamt für Denkmalpflege abgestimmte Planung gab vor, das Gebäude zunächst energetisch zu sanieren, bauphysikalische Probleme zu beheben und die technische Ausstattung zu modernisieren.

„Eine besondere Herausforderung stellt die Restaurierung der vom Künstler HAP Grieshaber gestalteten Glasscheiben der Pfosten- Riegel-Fassade der Schwimmhalle dar“, heißt es von HSP. Die Doppelverglasung weise starke Schäden durch Glaskorrosion auf, daher wurde das Fraunhofer Institut für Silicatforschung ISC mit der Entwicklung eines Restaurierungskonzepts beauftragt. Seit Abschluss der Arbeiten sind Sammelumkleiden und öffentliche Umkleiden getrennt und es sind Schränke in den Sammelumkleiden vorhanden. Die Bausubstanz ist saniert, ertüchtigt sowie die Fassade erneuert (siehe Artikel unten Mitte.)

Als ein Beispiel für die Architektur der 1960er-Jahre haben die Planer die Wannen- und Duschbäder im Erdgeschoss teilweise erhalten. Dabei gewannen sie Platz für einen Gymnastikraum und Lagerflächen.

 

Bei der Sanierung wurde das Augenmerk im Rahmen der denkmalschutzrechtlichen Vorgaben auch auf Barrierefreiheit gerichtet. So steht nun ein Aufzug zur Verfügung, um aus dem Foyer im Erdgeschoss in den Umkleidebereich im ersten Obergeschoss zu gelangen. Große Umkleidekabinen sowie behindertengerechte Duschen und Sanitäranlagen leisten ebenso einen Beitrag für die Barrierefreiheit wie ein Treppen- und ein mobiler Beckenlifter in der Halle.